Luftdichtigkeit von Blockhäusern

 

Die EnEV 2009 fordert:

 

§ 6

Dichtheit, Mindestluftwechsel

(1) Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist. Die Fugendurchlässigkeit außen liegender Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster muss den Anforderungen nach Anlage 4 Nummer 1 genügen. Wird die Dichtheit nach den Sätzen 1 und 2 überprüft, kann der Nachweis der Luftdichtheit bei der nach § 3 Absatz 3 und § 4 Absatz 3 erforderlichen Berechnung berücksichtigt werden, wenn die Anforderungen nach Anlage 4 Nummer 2 eingehalten sind.

(2) Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist.

Was ist nun „dauerhaft luftundurchlässig“?

Einen Hinweis gibt hier der im Anhang der EnEV 2009, Anlage 4 genannte Wert von n50 <= 3  (1/h) für Gebäude ohne raumlufttechnische Anlagen (Luftwechselrate innerhalb   einer Stunde bei geschlossenen Fenstern und Türen bei einem im Gebäude erzeugten Überdruck von 50 Pa).

Dieser Wert  ist aber nicht als zulässiger Grenzwert in der EnEV 2009 definiert, sondern dient als maximaler Referenzwert, unter dem die Luftdichtigkeit bei der Berechnung der Lüftungswärmeverluste in Form eines Bonus berücksichtigt werden kann.

Eine einzelne Messung der Luftdichtigkeit nach dem sogenannten Blower-Door-Test kann in der Praxis zwar einen Hinweis auf vorhandene Undichtigkeiten im Hausvolumen geben, aber niemals als Beleg dafür dienen, dass „die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist“ (§ 6 (1) der EnEV 2009). Die Messung gibt allenfalls ein Bild zum Zeitpunkt der Messung – aber niemals die Gewähr für eine dauerhafte Luftundurchlässigkeit.     

Dies gilt insbesondere für Wohnblockhäuser, die aufgrund des Setzungsverhaltens von 1 bis 6 % (je nach dem verwendeten Blockhaus-System) der Wände erst nach 1 bis 3 Jahren Ihre Sollwerte für die Höhen erreicht haben.   

Welche Werte für den n50-Wert sind nun praxisgerecht, und welche Werte wurden insbesondere bei einschaligen Blockhäusern messtechnisch ermittelt?

Hier sind für praktische Belange einige beschreibende Erläuterungen hilfreich:

Die Luftwechselzahl n50, die einem international festgelegten Über- oder Unterdruck von 50 Pascal entspricht – vergleichbar mit einer auf das Haus einwirkenden Windgeschwindigkeit von 5 bis 6 Beaufort (mittlere Herbstwindstärke) charakterisiert folgendes Verhalten der Gebäude-Dichtigkeit, indem sie den Austausch des Luftvolumens des Gebäudes innerhalb einer Stunde beschreibt:

n50 < = 1,0 (1/h)  sehr guter Wert, sehr dichtes Gebäude – Lüftungsanlage erforderlich!
n50  > 1,0 <= 3,0  (1/h) hohe bis mittlere Dichte des Gebäudes
n50  > 3,0 <= 4,5  (1/h)  mittlere bis mäßige Dichte des Gebäudes –
es können Leckagen existieren, die abgedichtet werden sollten
n50  > 4,5  (1/h)  Leckagen verursachen Lüftungswärmeverluste

Nach einem Bericht der Deutschen Blockhaus-Akademie wurden bei einschaligen Blockhäusern ab Baujahr 2002 durch Verbesserungen im Stand der Technik  durchweg n50-Werte von 3,0 (1/h) erreicht, unabhängig davon, ob ein Rund- oder Blockbohlen-Haus überprüft wurde. Da es sich um eine Reihenuntersuchung handelte, konnte auch die Vermutung erhärtet werden, dass sich durch den Setzungsprozess die Luftdichtigkeit noch verbesserte.

Voraussetzungen für diese Ergebnisse sind der fachgerechte  Einbau und die Abdichtung von Fenstern und Türen, der Dachanschluss und die Anschlüsse von Gauben und Erkern.

Aufgrund der konstruktiven Gestaltung des Wandaufbaus und der ständigen  Verbesserungen im Blockhaus-System können Sie sicher sein, dass die Forderungen der EnEV 2009 bezüglich der  Dichtheit und des wohnhygienisch unbedingt erforderlichen Mindestluftwechsels ohne zusätzliche Be- und Entlüftungs-Systeme gewährleistet ist. Hinzu kommt der diffusionsoffene, feuchtigkeitsregulierende Wandaufbau, der erst das typische wohngesunde Blockhaus-Klima gewährleistet.

Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Salzburger ARGE Blockhausbau, die an einem Versuchsgebäude mit einschaliger 20 cm-Blockwand einen n50-Wert von 1,1 (1/h) ermitteln konnte, und die nach durchgängiger Überwachung des Gebäudes von November 2009 bis Mai 2011 einen Minderverbrauch an Heizenergie von 39 % gegenüber dem nach den österreichischen OIB-Richtlinien ermittelten theoretischen Wert feststellte, zeigen glasklar, dass massive Holzhäuser durch die bestehenden gesetzlichen Wärmeschutzvorschriften in praktisch allen  EU-Ländern und in der Schweiz völlig falsch bewertet werden – und zwar wesentlich zu schlecht. 

Die Praxis des Massivholzbaues war und ist offensichtlich dort, wo die Entscheidungsträger für die entsprechenden Vorschriften und Verordnungen sitzen, völlig unbekannt – was Sie nicht abhalten sollte, sich für ein wohngesundes, urgemütliches Blockhaus zu entscheiden.         

Stand: Juni 2012                                                                      Quellenachweis auf Anfrage

 

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